Punktereform in Flensburg – Das müssen Sie wissen

Seit über 50 Jahren werden im Verkehrszentralregister die Punkte in Flensburg für Verstöße im Straßenverkehr gespeichert. Nun steht die größte Punktereform an, zu der die gesetzliche Grundlage bereits 2013 gelegt wurde. Das bisherige Zentralregister erhält einen neuen Namen „Fahreignungsregister“ und im Punktekatalog wird kräftig aufgeräumt. Das Kernstück der Neuerung ist ein vereinfachtes, transparentes Punktesystem, welches es aber in sich hat. 

8 Punkte anstatt 18 sind das Limit

Kurz gesagt: statt ab 18 Punkten, wie bisher, ist der Führerschein nun bereits ab 8 Punkten weg, Verwarngelder (von35 auf 55 Euro) und Bußgelder (neu ab 60 Euro) wurden deutlich erhöht und  in bestimmten Fällen gesellt sich zum Bußgeld jetzt auch mindestens 1 Punkt.
Jedoch gibt es ab dem 1. Mai im wesentlichen nur noch für Verstöße, welche die Verkehrssicherheit betreffen, Punkte. Einige Tatbestände, die bisher mit Punkten geahndet wurden, entfallen mit der Punktereform.

Punktereform: Erst ab +40 km/h Fahrverbot

Für diese Verstöße werden z.B. ein Bußgeld und Punkte in Flensburg fällig:

  • Fahren ohne Zulassung (70 Euro)
  • Handy am Steuer (60 Euro)
  • Verletzung der Winterreifenpflicht (60 Euro)
  • Kinder nicht ausreichend gesichert (60 Euro)
  • HU/ AU seit mehr als 8 Monaten fällig (60 Euro)

PRAXISHINWEIS

Der 1 Punkt für Verstöße gegen das Handyverbot sollte auf keinen Fall unterschätzt werden und stellt gegenüber der jetzigen Regelung eine deutliche Verschärfung dar. Da der Führerschein bereits mit 8 Punkten weg ist, bedeutet das mehrmalige Telefonieren zuzüglich ein oder zwei weiterer Verstöße bereits den Verlust des Führerscheins.

Verkehrsdelikte rund um überhöhte Geschwindigkeit, fehlenden Mindestabstand und rote Ampeln werden künftig schnell mit erhöhtem Bußgeld, zwei Punkten und Fahrverbot geahndet. Nur eine Geschwindigkeitsüberschreitung bis 30 km/h zieht lediglich einen Punkt nach sich. Dazu folgende Beispiele:

  • Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit innerorts um 40 km/h – 2 Punkte und ein Monat Fahrverbot, das gleiche Vergehen außerorts bleibt ohne Fahrverbot
  • Fahren über rote Ampeln zumeist 2 Punkte und ein Monat Fahrverbot

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass es keine neuen Verkehrsverstöße gibt, die durch die Punktereform zusätzlich in den Katalog hinzukamen. Sie müssen also „keine neuen Verbote lernen“! Das ist doch durchaus beruhigend.

Die detaillierte Aufstellung dazu finden Sie hier auf den Seiten 5 – 8!

Punktereform - Punktewertung im Vergleich

Keine Punkte aber höheres Bußgeld

Diese Verstöße werden nach der Punktereform künftig nicht mehr mit einem Punkt bestraft, dafür werden Sie aber mit deutlich mehr Bußgeld zur Kasse gebeten:

  • Verstoß gegen Sonn- & Feiertagsfahrtverbot; 75,- € > 120,- €
  • Fahren in Umweltzone ohne Plakette; 40,- € > 80,- €
  • Fehlende Kennzeichen; 40,- € > 60,- €
  • Abgedecktes Kennzeichen; 50,- € > 65,- €
  • Verletzung der Fahrtenbuchauflage; 50,- € > 100,- €

Fahrverbot oder Entziehung der Fahrerlaubnis

Kennen Sie den  Unterschied? Wissen Sie, welche Folgen für Sie daraus entstehen? Ein Fahrverbot gilt meist 1 bis 3 Monate und der Führerschein muss „nur“ abgegeben werden (meist bei der Polizei). Im Gegensatz dazu dauert der Entzug der Fahrerlaubnis mindestens 6 Monate und der Führerschein wird sofort ungültig. Dies bedeutet, dass Sie nach Ablauf der festgelegten Sperrfrist den Führerschein neu beantragen müssen. Die Neuausstellung kann dabei an Auflagen geknüpft werden, wie z.B. der MPU

Beim nächsten Mal fasse ich Ihnen folgendes zusammen

  • Alles zum Punktetacho
  • Die Umrechnung der vorhandenen Punkte
  • Tilgungsfristen und Punkteabbau
  • So erfahren Sie ihren Punktestand

Bis dahin wünsche Ich Ihnen noch eine gute und punktefreie Fahrt

Ihre Maria Hoffmann